THE FUTURE IS UNWRITTEN – Wir sind umgezogen

Veranstaltungen

Das Veransanstaltungsprogramm 2011

In den nächsten Tagen findet ihr an dieser Stelle auch den Flyer zur Reihe.

 

 

5. April | Auftaktveranstaltung mit dem 1.Mai Bündnis | 19 Uhr (Vortrag und Diskussion)
Conne Island

Auf der Auftaktveranstaltung wollen wir die Kampagne zum 1. Mai vorstellen und den Aufruf diskutieren.

 

7. April | Auftaktveranstaltung mit dem 1.Mai Bündnis | 21 Uhr (Vortrag und Diskussion)
Plaque

Auf der Auftaktveranstaltung wollen wir die Kampagne zum 1. Mai vorstellen und den Aufruf diskutieren.

 

14. und 15. April | Kritik der politischen Ökonomie nach Karl Marx (Seminar)

Donnerstag, 14. April 16 bis 20 Uhr

Freitag, 15. April 10 bis 17 Uhr

B12 (Braustr. 20)

In unserem Einführungsseminar werden wir uns mit der Kritik der politischen Ökonomie im „Kapital“ von Karl Marx beschäftigen.

Zuerst wollen wir den Begriff „Kritik“ diskutieren, uns mit der theoretischen Herangehensweise des „Kapital“ auseinandersetzen und die Frage behandeln, inwiefern sie sich von den Ansätzen der klassischen politischen Ökonomie unterscheidet.

In einem zweiten Schritt werden wir uns mit zentralen Begriffen des „Kapital“ und ihrer Beziehung zueinander vertraut machen, um uns einen vertieften Einblick in die Marxsche Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse im Kapitalismus zu verschaffen.

Die Veranstaltung ist zum Teil frontal konzipiert und zum Teil werden wir ausgewählte Textstellen in Kleingruppen lesen und bearbeiten.

Referentinnen: Valeria Brushi und Antonella Muzzupapa

Anmeldung (kostenlos) wegen begrenzter Teilnehmer_innenzahl:  workshops_mayday2011[at]safe-mail.net


19. April | Arbeit, Arbeit, Arbeit! Vortrag und Diskussion zur Kritik des Arbeitswahns | 19 Uhr

Uni Leipzig, Zentralcampus, Hörsaal 7

»Ein Leichnam beherrscht die Gesellschaft – der Leichnam der Arbeit. Alle Mächte rund um den Globus haben sich zur Verteidigung dieser Herrschaft verbündet: Der Papst und die Weltbank, Tony Blair und Jörg Haider, Gewerkschaften und Unternehmer, deutsche Ökologen und französische Sozialisten. Sie alle kennen nur eine Parole: Arbeit, Arbeit, Arbeit!«

Dies sind die ersten Sätze des 1999 erschienenen „Manifests gegen die Arbeit“. Das von der Gruppe krisis herausgegebene Papier kritisiert den Arbeitswahn nicht nur des Neoliberalismus sondern auch der Linken und der ihr verbundenen sozialen Bewegungen. Diese Kritik findet vor dem Hintergrund einer Untersuchung der Rolle der Arbeit im Kapitalismus statt.

Seitdem haben sich zwar einige weitere Gruppen und Menschen dem Thema angenommen - insgesamt stellt der Einsatz für die Arbeit, für mehr Arbeit und für bessere Arbeit jedoch noch die Lieblingsbeschäftigung nicht nur der Linken dar. Grund genug sich also auch im Jahr 2011 kritisch mit der Arbeit und ihrer Fetischisierung auseinanderzusetzen.

Referent: Robert Kurz

Unser Referent, Robert Kurz ist der Mitverfasser des Manifests gegen die Arbeit und engagiert sich seit 2004 bei der Gruppe EXIT!  Er ist seit vielen Jahren publizistisch tätig ist.

Eine Veranstaltung der Linksjugend Leipzig. Infos: http://www.linksjugend-leipzig.de/

 

27. April | "Arbeit - Am Ende?!" | 19 Uhr (Podiumsdiskussion)
Volkshaus Leipzig

Niemand kann mehr ernsthaft die Augen vor der Erosion der Erwerbsarbeitsgesellschaft verschließen. Nichts desto trotz wird Erwerbsarbeit als Existenzgrundlage als alternativlos hingestellt. Mehr noch: PolitikerInnen hören nicht auf von Vollbeschäftigung zu reden und Erwerbslose als Faulenzer zu brandmarken.

Um die Jahrtausendwende wurde auf politischer Ebene mit der Agenda 2010 auf das Auflösen des Normalarbeitsverhältnisses reagiert reagiert. Die Agenda 2010 bedeute den Total-Zugriff auf den Menschen durch Staat und Wirtschaft, den Boom des Niedriglohnsektors und die Prekarisierung von Arbeits- und damit Lebensverhältnissen.

Erwerbsarbeit bzw. die Bereitschaft dazu waren und sind mit oder ohne Agenda 2010 die Grundlage der menschlichen Existenzberechtigung. Die Frage nach individuellen und gesamtgesellschaftlichen Visionen von Leben und Produzieren scheint angesichts des Dogmas von „Fordern und Fördern“ und mehr oder weniger direktem Zwang zur Aufopferung und Selbstausbeutung im Job vollends ins Hintertreffen zu geraten.

In der Diskussion mit VertreterInnen aus gewerkschaftlichen, politischen, kulturellen und sozialen Zusammenhängen wollen wir herausfinden, wie es dem Patienten Erwerbsarbeit geht, und ob nicht doch gesellschaftliche Visionen denk- und machbar sind.

Auf dem Podium vertreten:

Attila Peeck-Preimusz, DGB Leipzig

Ronald Blaschke, Netzwerk Grundeinkommen

Philipp Stein, FelS, ex-mayday Berlin

Vertreter_in 1.Mai Bündnis Leipzig

Vertreter_in Erwerbsloseninitiative (angefragt)


02. Mai | Das Recht auf Faulheit - VII. Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen (Aktion)

Leipzig, Innenstadt

Seit 2005 findet der Internationale Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen, ausgerufen in Berlin, statt. Die Idee dahinter ist simpel: zum ersten Mal sollten Menschen in aller Welt für ein Leben ohne Not und gegen den Zwang zur Lohnarbeit demonstrieren. Auch in Leipzig wollen sich dieses Jahr faule, glückliche und freie Menschen aufraffen und unseren Freunden und Freundinnen im Kampf für ein schönes Leben bei stehen. So wird es wie in Berlin für uns heißen:

Arbeit, Geissel der Menschheit.
Verfluchts seist du bis ans Ende aller Tage.
Du, die du uns Elend bringst und Not.
Uns zu Krueppeln machst und zu Idioten.
Und schlechte Laune schaffst und unnuetz Zwietracht saest.
Uns den Tag raubst und die Nacht.
Verflucht seist du!
Verflucht!
In Ewigkeit.
Amen.

Alle weiteren Informationen zum 2.Mai folgen...

 

04. Mai | "Der kommende Aufstand" | 19 Uhr (Vortrag und Diskussion)

GWZ, Raum 2010

Die Schrift „Der kommende Aufstand“ löste in Deutschland und Frankreich unterschiedliche Reaktionen aus. Während in Deutschland vor allem die Feuilletons der Zeitungen Inhalt und Botschaft der Schrift diskutierten, kam es in Frankreich auch zu repressiven Schritten gegen das anonyme Autor_innenkollektiv.

Die Schrift eines „Unsichtbaren Komitees“ nimmt die Unruhen in den französischen Vorstädten aus dem Jahr 2005 zum Anlass, Zustand und Wirkung der kapitalistischen und staatlichen Verhältnisse zu beschreiben. Das Buch unterteilt sich in einen analytischen ersten und einen strategischen zweiten Teil. Während zunächst die Auswirkungen moderner Arbeitswelten, menschlicher Beziehungen und der Verwaltung und Kontrolle durch den Staat besprochen werden, bezieht sich der zweite Teil des Buches auf die Frage nach dem Ausweg aus den herrschenden Verhältnissen. Die Schrift vertritt dabei die These, dass die moderne Zivilisation nicht in einer Krise steckt, sondern dass die herrschenden Verhältnisse selbst bereits die Krise sind. Im Rahmen der Veranstaltung soll Analyse und Strategie des Buches kritisch und kontrovers besprochen werden. Wir wollen damit sowohl der Frage nachgehen, in wie fern die Aussagen des „Unsichtbaren Komitees“ zutreffen, als auch kritisch mit den Forderungen der AutorInnen nach autonomen Kommunen umgehen.

Referent_innen: Vetreter_in TOP B3RLIN; Vetreter_in 1.Mai Bündnis Leipzig; Frank Engster

 

14. Mai | Probleme einer Kritik des neoliberalen Kapitalismus (Tagesseminar)

10:00 bis 17:00 Uhr

Seminar ist leider ausgebucht. Ort wird per Mail bekannt gegeben

Die Kritik des gegenwärtigen neoliberalen Kapitalismus bietet der theoretischen und praktischen Kritik Schwierigkeiten, die nicht durch einen unvermittelten Rückgriff auf die Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx zu lösen sind.

Marx' Kritik galt einem liberalen Kapitalismus, der noch die bürgerliche Aufklärung über bewußtlose gesellschaftliche Verhältnisse, den Anspruch auf Vernunft und die "Aussicht auf eine neue Gesellschaft" (MEW 26.3, 422) enthielt. Darum konnte die bürgerliche Aufklärung gegen sich selbst gewendet werden, darum konnte die bürgerliche Revolution als "Vorspiel einer proletarischen Revolution" (MEW 4, 493) gelten. So konnte Marx Krisen als Phasen einer befreienden Kritik darstellen.

Der Neoliberalismus aber hat sich von der Aufklärung, der Vernunft und der Utopie verabschiedet. Er verspricht nichts mehr, er tritt als Dogma auf. Dagegen scheint nur noch eine dogmatische Kritik und eine "konformistische Revolte" möglich. Eine Kritik ist nur noch möglich, indem die Genese dieses neoliberalen Kapitalismus durch eine 'Dialektik der Aufklärung' aufgeklärt wird.

Seminarablauf:

10.00 – 11.00: Probleme einer Kritik des neoliberalen Kapitalismus. Vortrag

11.15 – 13.00: Stadien der Entwicklung des Kapitalismus. Vortrag

14.00 – 17.00: Text-Lektüre und -Diskussion zum Thema Neoliberalismus.

Referent: Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt, Hamburg

Anmeldung (kostenlos) wegen begrenzter Teilnehmer_innenzahl:  workshops_mayday2011[at]safe-mail.net

 

17.  Mai | Queer Feminismus trifft Kapitalismuskritik. Altes und Neues zum Thema Ökonomiekritik und Geschlecht | 19 Uhr (Vortrag und Diskussion)

Conne Island

Wenn die Begriffe Geschlecht und Kapitalismus fallen, mag man an Lohnunterschiede, Frauenquote und ‚gläserne Decke’ denken, vielleicht auch an ‚Sphärentrennung’, d.h. die stereotype Zuweisung von Haus- und Erziehungsarbeit an Frauen und außerhäusliche Erwerbsarbeit an Männer. Dass die Kategorie Geschlecht ein wichtiges Element der ökonomischen Ordnung darstellt, ist wohl allgemein anerkannt – soll es spezifischer werden, und ist mehr als die Auflistung statistischer Daten gewünscht, begibt man sich immernoch und immerwieder auf unsicheres Terrain. Dabei haben Feminist_innenin den letzten Jahrzehnten ein breites Spektrum an Ansatzpunkten entwickelt, die die Verflechtungen von kapitalistischer Verfasstheit und Geschlechterordnung zu erfassen sucht. Neben der abstrakt-theoretischen wurde immer auch die empirisch-konkrete Analyse der Gegenwart unternommen, durch die queerfeministische Perspektive werden noch ganz neue Aspekte hinzugefügt. Wir möchten in der Veranstaltung diesen Bereich der Ökonomiekritik kritisch vorstellen und diskutieren.

Eine Veranstaltung mit Vertreterinnen des AFBL (Antifaschistischer Frauenblock Leipzig)

 

25.  Mai | Die Idee des Kommunismus | 19 Uhr (Vortrag und Diskussion)

Conne Island

Nicht erst die Diskussion um die „Wege zum Kommunismus“, die die Vorsitzende der Partei die Linke Gesine Lötzsch vorschlug, zeigen, dass „Kommunismus“ in erster Linie mit Gulags, Stasi und Massenhinrichtungen verbunden wird. Unterschlagen wird dabei nur allzu gerne, dass Sowjetunion und Satellitenstaaten sich selbst als sozialistisch, das heißt als Übergangsphase zum Kommunismus verstanden. Bequem ist jedoch auch die daran anknüpfende und in linken Kreisen beliebte Behauptung, das sei eben nicht der Kommunismus gewesen. Hält man sich an die Definition von Marx und Engels, dass er „die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt“ sei, so ist dem Rechnung zu tragen, dass der Realsozialismus sich eben als diese Bewegung verstand. Auch wenn er die einzige militärisch erfolgreiche war, war er jedoch mitnichten eine wirkliche Aufhebung des Kapitalismus, sondern trieb vielmehr die Vergesellschaftung über Arbeit und Staat auf die Spitze. In der sozialdemokratischen Auslegung wurde die Bewegung verabsolutiert, hinter der das Ziel der Überwindung des Kapitalismus zurücktreten musste.

Dieser Hintergrund begründet die Notwendigkeit einer Bestimmung des Kommunismus, die diesen weder aus seiner vermeintlichen Umsetzung ableitet, noch als Bild der befreiten Gesellschaft in die ferne Zukunft verlegt. In der Veranstaltung soll der Versuch bestritten werden, Kommunismus als negative Utopie zu beschreiben, die aus der Kritik der Verhältnisse hervorgeht. Das „Bilderverbot“ soll dabei ebenso diskutiert werden, wie das Verhältnis von Utopie und der Praxis der Aufhebung.

Referent: Roger Behrens

 

1. Juni  | Deutschland, nichts als ein kapitalistischer Staat? Zur Bedeutung der Nationalismuskritik heute | (Podiumsdiskussion) | 18 Uhr

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Grimmaische Str. 12,  Seminarraum 1

Anfang der 90er wurde von großen Teilen der radikalen Linken vor einem gesellschaftlichen Roll-Back hinter bürgerliche Standards bzw. der Gefahr eines 4. Reichs gewarnt. Demnach gäbe es in Deutschland bestehende Kontinuitäten des Nationalsozialismus, allen voran die Ideologie von Volksgemeinschaft und Antisemitismus, welche zunächst bekämpft werden müsse. Heute scheint der deutsche Nationalismus durch den Prozess einer Modernisierung gegangen zu sein. Für einige war die Modernisierung Grund sich von einer generellen Kritik der Nation zu verabschieden und nunmehr ihr Augenmerk auf den globalen Antisemitismus, “den Islam” und/oder der globalisierungskritischen Linken zu richten. Aber ist die Konsequenz daraus, dass das moderne Deutschland nicht mehr unmittelbar in die Barbarei des NS umzuschlagen droht, sich auch von jeder Kritik an Staat und Kapital bzw. Bewegungslinken zu verabschieden? Hat sich zwischen Rostock Lichtenhagen und der Fußball WM 2006 der Männer eine “Normalisierung” vollzogen? Für Teile der radikalen Linken war diese offensichtlich und somit Anlass, den deutschen Nationalismus nur noch als Ausdruck der unmittelbaren Interessen der Staatsbürger_innen als Angehörige der Volkswirtschaft zu deuten. Ihre Kritik am Nationalismus gründet nur noch in der Kritik der kapitalistischen Verhältnisse, die notwendig nationalstaatlich organisiert seien. Nach dieser Sichtweise hat sich eine spezifische Kritik an Deutschland erübrigt. In diesem Rahmen zeigt sich auch eine Affinität zu Großdemonstrationen mit anderen – zum Teil auch latent antisemitischen - Gruppierungen. Birgt dieser Bewegungscharakter die Gefahr einer negativen Aufhebung in sich, oder ist er Voraussetzung für die Wirkmächtigkeit emanzipatorischer Politik?

Eine Veranstaltung der Gruppe Projekt Emanzipation

Teilnehmende auf dem Poidum:  Autonome Antifa [f] Frankfurt; Antifa Freiberg; Projekt Emanzipation (LE); Hannes G.

Informationen zu der Veranstaltung gibt es auch auf der Homepage von Projekt Emanzipation http://projekte.blogsport.eu/

 

9. Juni | Gentrifizierung - Städtische Aufwertung und soziale Verdrängung | 19 Uhr (Vortrag und Diskussion)

G16 (Gießerstr. 16)

Viele Stadtteile von Leipzig sind seit mehreren Jahren Orte großer Veränderung. Häuser, Straßen und Plätze werden aufwendig saniert, schicke und angesagte Kneipen, Clubs und Restaurants öffnen und ziehen zahlungskräftiges Publikum an. Mit der Aufwertung von Stadtteilen geht die Verdrängung von Menschen und Projekten einher, welche dem Wesen des aufgewerteten Stadtteils nicht mehr länger entsprechen. Überall in den Metropolen dieser Welt sind solche Prozesse zu beobachten. Im Rahmen der Veranstaltung wollen wir uns mit dem Phänomen und der Auswirkung von Gentrifizierung beschäftigen. Wirkungsweise und Ursachen sollen hierbei im Vordergrund stehen.

Wo Menschen aus ihren Wohnorten verdrängt werden, wo mit Sanierungen höhere Mieten einher gehen, bildet sich auch oftmals Widerstand.

Die Berliner Initiative „Mediaspree versenken“ organisiert vielfältige Proteste gegen die Verdrängung und Ausgrenzung von Menschen, Projekten und Kultur in Berliner Stadtteilen, die besonders von Gentrifizierung betroffen sind. Inhalt und Form der Initiative sollen kurz vorgestellt und anschließend in Bezug auf ihre Wirkung diskutiert werden.

Referent_innen: Romy Zischner (Leipzig), Vertreter_in Mediaspree versenken